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Fast wie Nachhausekommen - Reunion mit Irland

Frühjahr 2015. Fast zwei Jahre ist es jetzt her, dass meine beste Freundin und ich uns samt unseren großen Rucksäcken auf den Weg nach Irland gemacht haben. Ein halbes Jahr Work-and-Travel, davon fast vier Monate in Irland. Seit unserer Rückkehr im Sommer 2015 habe ich täglich von Irland geträumt. Wurde das nicht langsam Zeit für ein Wiedersehen mit der Grünen Insel? Definitiv! Und so ging es am vierten Adventswochenende auf in die Hauptstadt, nach Dublin.

Anflug auf Dublin , über Howth. Ein Flickenteppich aus Meer und grünen Feldern.
Anflug auf Dublin , über Howth. Ein Flickenteppich aus Meer und grünen Feldern.

Endlich wieder auf nach Irland! Meine Vorfreude war riesig. Fast eineinhalb Jahre ist es her, dass ich das Land verlassen habe, das für mich ein bisschen wie eine zweite Heimat geworden ist. Und genauso fühlte es sich auch an - fast wie Nachhausekommen. Vielleicht lag es auch ein bisschen an unserem Hostel, dass das gleiche war, wie bei meinem ersten Aufenthalt. Bloß etwas "luxuriöser", denn wir hatten ein vierer Privatzimmer für uns drei besucht. Wir drei sind übrigens Winand und ich sowie ein Kumpel, Jonas. Zusammen haben wir Philipp besucht, der sein Auslandssemester in Dublin absolviert hat. Weil das jetzt zu Ende ist, haben wir ihn übrigens auf unserem Rückflug mit nach hause genommen. Dass wir vier jetzt alle in Irland vereint sind, das allein war schon etwas Besonderes, denn wenn wir dann alle mal wieder in der Heimat sind, gehen wir als Gruppe so oft es geht in unserem Stamm Irish Pub in  zum Pubquiz. 

 

Bis auf Jonas waren wir ja alle schon in Dublin und haben ihm am Ankunftstag ein bisschen die Innenstadt gezeigt. Er war beeindruckt, vor allem von den Menschenmassen. Keine andere irische Stadt hat so viele Nationen auf einem Fleckchen: Spanisch, Chinesisch, Französisch und vor allem viel Deutsch schwirrt uns um die Ohren, Englisch eher selten. Vorbei geht's am Trinity College über die Grafton Street, an deren Ende St. Stephen's Green und das riesige viktorianische Kaufhaus auf uns warten. Von all den Städten und kleineren Örtchen, die ich während meiner Irland-Zeit gesehen habe, war mir Dublin immer die am wenigsten liebste. Zu laut, zu dreckig, zu voll und aufgrund der Internationalität ist hier ein wenig das ur-irische Flair verloren gegangen, trotz des großen Pub-Viertels Temple Bar, in dem ein Pint viel mehr kostet, als im restlichen Land. Die Erfahrungen musste auch ich noch einmal machen, als wir direkt an Dublins Sehenswürdigkeit der Half-Penny-Bridge für ein Pint 6,60 Euro statt 4,50 bis 5,50 Euro zahlen mussten. Die gute Livemusik sowie der Ausblick machte das dann aber wieder gut. Nirgends schmeckt Cider so gut wie eben vor Ort! Und trotz allem, hat Dublin etwas Besonderes, das ich nicht genau erklären kann. Vor allem jetzt in der Weihnachtszeit hatte es etwas magisches. Zwar gibt es leider keinen Weihnachtsmarkt, aber alle Straßen sind so wunderschön geschmückt und die Häuser leuchten noch mehr, als sie es sonst schon tun. Da machte es gar nichts mehr aus, dass es schon so früh Dunkel wurde. In Sachen Weihnachtsdeko toben sich die Iren total aus. Jeder Fenstersims, jeder Kamin, jede Türe, jeder Pub - alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird festlich geschmückt. Ob kitschig oder klassisch - vom Ausmaß her fühlt man sich definitiv in einen amerikanischen Weihnachtsfilm versetzt. Da kommt spätestens nachts wenn es Dunkel ist garantiert Weihnachtsstimmung auf. Tagsüber wird das schon mal schwierig, bei blauem Himmel und milden acht Grad, die sich, wenn der Wind sich verzieht und die Sonne raus kommt, schnell auch mal wärmer anfühlen. 

So war es auch, als wir uns Samstags auf den Weg in den Küstenort Howth gemacht haben. Howth liegt auf einer Halbinsel, etwa zwanzig Minuten mit der Bahn von Dublin entfernt. Wer das Glück hat, im Flugzeug am Fenster zu sitzen, kann den Hafen bei guter Sicht im Landeanflug sehen. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel haben wir uns erst in Ruhe den Hafen angeschaut, ehe es dann auf Richtung Leuchtturm auf der anderen Seite der Klippen ging. Was habe ich Irlands Küste und seine Klippen vermisst! Schmale Wanderwege, rechts und links gesäumt von Ginsterbüschen (die auch im Dezember noch oder schon wieder blühen!), direkt an den Klippen, die steil nach unten abfallen. Die Wellen schlagen gegen die Felsen und dazu der unendlich weite Blick aufs offene Meer. Ireland, you make me smile! Kauft mir jemand ein kleines Häuschen an der 


Küste Irlands? Biiiiittteeee! Nicht nur ich war hin und weg, auch die Jungs. Das war ein richtig cooler Ausflug, auch wenn wir nach der gut rund zweistündiger Wanderung schon kaputt waren. Bis ganz hinunter zum Leuchtturm haben wir es dann doch nicht mehr geschafft, da wir ziemlich unprofimäßig ohne Snack und Getränke losgezogen sind. Und so haben wir von oben nur einen Blick hinunter geworfen und sind dann den Berg auf direktem Weg durchs Dorf wieder hinunter in den Hafen. Dort gab es dann erstmal einen wohlverdienten Imbiss, ehe es zurück nach Dublin ging. Den Abend haben wir dann bei Pizza und Bier bei Philipp im Wohnheim ausklingen lassen.Für Philipp war das ja sein letzter Abend seines Auslandssemesters, der Sonntag also nicht nur unser, sondern auch sein letzter Tag. Und den haben wir zum Abschluss im Guiness Storehouse verbracht, Dublins Touriattraktion zu Dublins bekanntestem Bier. Kleiner Fakt nebenbei: Guiness wird weltweit in über 150 Länder exportiert. Auch wenn ich selber damals schon im Storehouse gewesen bin, war es trotzdem nicht langweilig. Auf etwa sechs Etagen erfährt man sehr interaktiv alles über das Guinessimperium und das Bier, von der Geschichte, über die Brauart bis hin zu den lustigen Werbekampagnen. Und das war auch für mich neu: Auf der Werbeetage gab es die lustigen Tiere aus der Guinesswerbung in riesengroß ausgestellt. Im Tasting-Room konnte man Guiness probieren, auf der letzten Etage dann in der Guiness-Academy selber sein perfektes Pint zapfen. Ich selber habe das schon gemacht und habe dann den Jungs zu geschaut. Natürlich haben sie am Ende alle drei ihre Urkunde erhalten. Jetzt steht einer Karriere in unserem Stammpub Zuhause eigentlich nichts mehr im Weg! Die Getränke haben wir dann in der Gravitybar hoch oben im Tower über den Dächern Dublins genossen. Dann hieß es für uns allerdings so langsam Abschied nehmen. Ein letzter Spaziergang entlang der Liffey, mit Zwischenstopp zum Döneressen, und dann ging es auch schon wieder zum Flughafen. Ich hoffe, es nächste Mal dauert es nicht so lange, bis ich wieder zurück nach Irland kann. Mein Plan ist auf jeden Fall spätestens zur Weihnachtszeit wiederzukommen, dann aber an die Westküste -  da gibt es auch Weihnachtsmärkte! :-)

Wer mehr über meine Zeit in Irland lesen will (sofern er es nicht damals mit verfolgt hat :-) ) kann das gerne auf meinem Irland-Blog lesen, den gibt es immer noch. Der ist allerdings Passwort geschützt, aber wer mich lieb fragt, dem gebe ich natürlich gerne das Passwort:

www.tinasjourney.jimdo.com

Alternativ findet ihr auch alles rund um die grüne Insel in meinem Feature alles rund um die grüne Insel.

 

In diesem Sinne: 

Nollaig Shona agus Athbhliain faoi Mhaise Dhuit!

(Frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr!)

 

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