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Ein Wochenende: Urlaub in Magdeburg

Corona lässt uns derzeit alle Zuhause bleiben. Und so erkunden immer mehr Leute wieder ihre eigene Heimat, ihr eigenes Land. Denn Deutschland ist schön! Deshalb hat Nele zur Blogparade "Ein Wochenende in meiner Heimat" aufgerufen, um Reiseziele und Ideen innerhalb Deutschlands zu sammeln und zu teilen. Bekanntlich ist Magdeburg zwar "nur" meine Wahlheimat, aber immer einen Besuch wert! [Werbung, da Namennennungen]

Ehe ich euch mit nach Magdeburg nehme, will ich euch ganz kurz die Blogparade von Nele ans Herz legen. Wie schon gesagt, will sie Reiseziele abseits der bekannten Großstädte und Hotspots wie der Ostsee sammeln. Am Ende will sie alle Beiträge in einem e-Book veröffentlichen, dessen kompletten Gewinn sie dann an die Tafel spenden möchte, um sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Ein Herzensprojekt, bei dem ich selbstverständlich mit machen muss! Noch bis zum 31.05.2020 können Beitrage zur Blogparade eingereicht werden. Alle Infos und die ersten Blogbeiträge findet ihr hier auf www.neleworld.com

Im Aufbruch: Magdeburg

Urlaub im eigenen Land – nach Quarantäne und Kontaktsperre klingen diese Wörter verheißungsvoll nach ein bisschen Freiheit. Wer sich nicht an die Meeresküsten traut, aus Angst, es könne zu voll werden, dem lege ich ein Wochenendurlaub in Magdeburg ans Herz.

 

Seit fünf Jahren ist die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt mit ihren 235.00 Einwohnern meine Wahlheimat. Zwischen Plattenbau- und Altbaucharm liegt sie umgeben von grünen Auen ganz vergessen in Mitteldeutschland – zu Unrecht! Ich habe keine Stadt erlebt, die so nach vorne strebend ist wie Magdeburg. Noch reihen sich Baustellen an Baustellen, doch wer genauer hinsieht erahnt: Hier weht Aufwind! Hier passiert etwas! 

Magdeburgs Innenstadt: Zwischen Dom und Hundertwasserhaus

Magdeburg ist keine Flaniermetropole, die zum Bummeln einlädt. Leider gibt es auch keine Fußgängerzone mit vielen Cafés, sondern zwei riesige Shoppingcenter und den etwas zerrissenen Breitenweg, der mit italienischen Restaurants lockt. Vielmehr lockt die Stadt mit seiner grünen Lunge entlang der Elbe, seiner bewegenden Geschichte und wenigen, aber beeindruckenden Sehenswürdigkeiten.

 

Wer mit dem Zug in die Domstadt reist, hat es fußläufig nicht weit bis zu Magdeburgs umstrittenstem Bauwerk: einem riesigen rosafarbenen Gebäude mit Türmchen und goldenen Kugel, bunte Fenster, aus denen Bäume und Sträucher wachsen. Die grüne Zitadelle von Magdeburg, im Volksmund auch Hundertwasserhaus genannt, wurde vom Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen und ist das letzte Projekt, an dem er vor seinem Tod gearbeitet hat. Die Magdeburger selbst waren anfangs von dem „Kasperlehaus“ gar nicht begeistert, sind heute aber stolz auf den Touristenmagneten. In dem schiefen Innenhof laden kleine individuelle Geschäfte und Cafés, wie das urige Café „Alt Magdeburg“ zum Staunen, Stöbern und Verweilen ein. Normaler Weise gibt es regelmäßige Führungen und Turmbesteigungen, aufgrund von Corona ist das natürlich alles etwas eingeschränkt. Wer einen Besuch plant, findet die aktuellen Informationen auf www.gruene-zitadelle.de Falls eine Turmbesteigung möglich ist, lege ich sie jedem Besucher wärmstens ans Herz. Man hat von dort eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und dem Magdeburger Dom. Noch mehr tolle Aussichtspunkte auf Magdeburg findet ihr hier.

Der Dom befindet sich gleich neben an. Der offizielle Name des gotischen Doms lautet übrigens Dom St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg. Er ist die Bischofskirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Anders als katholische Dome hat er weiße Kirchenfenster, die, sobald Sonnenlicht hindurchscheint, den Dom in goldenes Licht tauchen. Besonders finde ich den Kreuzgang, der ein wenig an Hogwarts erinnert. Hier lässt es sich gut für einen Moment innehalten. Im Sommer ist der Domplatz ein beliebter Ort, um sich abzukühlen. Die tanzenden Wasserspiele locken nicht nur Kinder an, um darunter hindurch zu tollen. Insgesamt hat Magdeburg übrigen 27 Brunnen in der ganzen Stadt verteilt.

Zweitgrünste Stadt Deutschlands: Erholung in Magdeburg grünen Lungen

Mehr als zehn Prozent der Stadt sind Grünflächen – damit liegt Magdeburg bereits seit 2002 auf dem zweiten Platz der grünsten Städte Deutschlands. Wer sich vom Sightseeing und dem Großstadtlärm erholen will, kann das in einem der vielen Parks der Stadt tun. Weit über das Umland hinaus bekannt sind der Elbauenpark und der Stadtpark Rotehorn.

 

Ursprünglich eine typische Elbauenlandschaft, dann ein Militärgebiet, dann Sportplatz und Wohngebiet, dann 1995 Ausrichter der 25. Bundesgartenschau und anschließend als Parkanlage bleibend: Die Geschichte des beliebten Elbauenparks ist sehr bewegt. Seit 2000 ist das 93 Hektar große Gelände ein für jedermann zugänglicher Park mit Fitnessgeräten, Spielplätzen, Gastronomie, Wasserlandschaften, Kletterwand und Klettergarten, Sommerrodelbahn und vieles mehr. Das Gelände erstreckt sich weitläufig auf zwei verschiedenen Straßenseiten, beide Flächen sind über eine Brücke miteinander verbunden. Der Elbauenexpress sorgt für eine bequeme Fahrt, wenn die Füße nicht mehr können. Vor allem im Frühjahr, wenn die Tulpenfelder blühen, ist es einfach schön dort. Im Schmetterlingshaus können über 200 Arten bestaunt werden, in dem 60 Meter hohen Jahrtausendturm lockt eine spannende Wissenschaftsausstellung durch die technischen Errungenschaften der letzten 6.000 Jahre. Von der Höhlenmalerei bis zur Computertechnik gibt es für Groß und Klein interaktiv viel zu erfahren und zu staunen. Für den Park kann man gut und gerne einen Tag einplanen, es gibt überall so viel zu entdecken. Auf den weiten Wiesen lässt es sich gut Picknicken. 

In der Mitte der Stadt liegt der Stadtpark Rotehorn. Er ist das grüne Herz der Stadt und liegt auf einer kleinen Insel in der Elbe und ist so von allen Seiten von Wasser umgeben. Es gibt sogar eine Insel auf der Insel! Dort werden Tret- und Ruderboote verliehen, um auf dem Adolf-Mittag-See im Stadtpark den Sommer zu genießen. Der Stadtpark ist sehr weitläufig, viele Wege laden zum Spazieren an den verschiedenen Elbarmen ein. Für Kinder lockt ein riesiger Abendteuerspielplatz, für coole Jugendliche ein Skatepark und für alle ein Biergarten.

Strandfeeling in der Großstadt – Magdeburgs Strandbars

Im Stadtpark liegt außerdem der Montego Beach – einer von drei Strandbars in Magdeburg. Feiner weißer Sand, ein kleiner Pool, um die Füße abzukühlen, lädt zum Kurzurlaub ein. Von den romantischen Strandsofas hat man einen herrlichen Blick auf die knackigen Sportler und Sportlerinnen auf dem angrenzenden Beachvolleyball Feld. Mein absoluter Lieblingsort ist die Strandbar Magdeburg, nahe des Zentrums und direkt an der Elbe gelegen. Mit Blick auf den Stadtteil Werder, ebenfalls auf einer Elbinsel gelegen, kommt absolutes Mageburg-Flair auf! Hier gibt es nicht nur leckere Getränke, sondern auch leckere Burger. Es gibt noch eine dritte Strandbar, die zum Wasserskigelände Cable Island im Norden Magdeburgs direkt am Neustädter See liegt. Die Sommer in Magdeburg sind heiß, häufig sind es mehrere Wochen um die 30 Grad warm. Eine Abkühlung im Neustädter See mit dem aufgeschütteten feinen weißen Sand ist ein absolutes Muss! Wer sich selbst nicht auf die Wasserskier traut, kann auf den Liegen die Sportler beobachten. Eine kleine Urlaubsoase mitten im Plattenbaugebiet!

Wasser wird in Magdeburg wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, großgeschrieben! Neben den vielen Brunnen und der Elbe lockt eine weitere Attraktion ca. 20 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt: Das Wasserstraßenkreuz. Hier kreuzt der Mittellandkanal in der Kanalbrücke die Elbe. In der Nähe gibt es außerdem eine Doppelschleuse und ein Schiffshebewerk zu bestaunen. Am Wasserstraßenkreuz lassen sich hervorragend Schiffe beobachten, man kann ewig weit spazieren.

 

Wer sich am Abend von den vielen Spaziergängen und Sehenswürdigkeiten abseits der Elbe sein Bier schmecken lassen will, findet rund um den Hasselbachplatz in Magdeburgs Altstadt und Gründerzeitviertel viele Kneipen, Bars und Restaurants, um das Wochenende ausklingen zu lassen.

Ich hoffe, ich konnte euch für meine Wahlheimat Magdeburg begeistern. Ein Wochenendtrip in die Landeshauptstadt lohnt sich auf jeden Fall. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken! Bei Fragen meldet euch gern! Weitere Beiträge zu Magdeburg findet ihr hier:

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